Mallet-Loks
99 5901 – 99 5903

Malletlok 99 5902

Mallet-Loks 99 5901 – 99 5903


Konstruktion

Allgemein:
Mallet-Lok (Gelenklokomotive nach Patent von Anatole Mallet)
Kessel:
im Orginal 12 bar Kesselüberdruck, nach Umbau 1924 (001, 003) bzw. 1929 (002) 14 bar; genieteter Kessel, bei 001 ab 2002 geschweißter Neubaukessel (DLW Meiningen); Langkessel aus zwei Schüssen; Speisung durch zwei selbstsaugende Dampfstrahlpumpen; ursprünglich Ramsbottom-Sicherheitsventile später durch Bauart Ackermann bzw. Pop ersetzt
Rahmen:
Rahmen aus 20 mm Blechen; Hinterwagen mit Außenrahmen fest verbunden mit Kessel und Führerhaus trägt Hochdruckzylinder; Vorderwagen mit Innenrahmen trägt Niederdruckzylinder; Vorderwagen ist über Königszapfen gelenkig mit Hinterwagen verbunden; Hinterwagen mit Kessel stützt sich mittels Gleitplatten auf Vorderwagen ab
Laufwerk:
jeweils im Hinter- und Vorderwagen zwei Treibachsen; Vorderwagen seitlich 300 mm ausschwenkbar, Rückstellung durch seitliche Blattfedern
Zylinder:
mit Flachschieber
Triebwerk und Steuerung:
im Hinterwagen Hochdrucktriebwerk; über flexible Leitungen wird halb entspannter Dampf von Hochdruckzylindern in die Niederdruckzylinder am Vorderwagen gedrückt (Verbundprinzip); zum Anfahren können Niederdruckzylinder mit Frischdampf versorgt werden; Hoch- und Niederdrucktriebwerk mit außenliegender Heusinger-Steuerung mit Hängeeisen und Kuhnscher Schleife; äußere Einströmung; Antrieb am Hinterwagen über Hallsche Kurbel; Gleitbah für den Kreuzkopf zweischienig
Bremsausrüstung:
Wurfhebel-Handbremse; ursprünglich Körting-Saugluftbremse, in 1920er Jahren Umbau auf Hardy-Saugluftbremse, in den 1990er Umbau auf Druckluftbremse mit einstufiger Luftpumpe
Weitere Ausstattung:
zwei Sanddome (je einer pro Triebwerk), ursprünglich mechanische betätigte Sandzufuhr zu Fallrohren vor dem jeweils inneren Radsatz jedes Triebwerks, nach Umrüstung auf Druckluftbremse Umrüstung auf druckluftbetätigte Sandstreueinrichtung
Dampfpfeife, Dampfläutewerk Bauart "Latowski"

 

Foto

Mallet-Lok NWE 13 - 13,5/101,6 KB
Lok NWE 13 in der Einfahrt des Bahnhofs Alexisbad
Foto: Klaus Gottschling
Vergrößern 101,6 KB

Mallet-Lok 99 5902 - 10,4/66,1 KB
Lok 99 5902 in Wernigerode
Foto: Klaus Gottschling
Vergrößern 66,1 KB

Daten
Betriebsnummern 1) siehe Tabelle unten
Hersteller Jung, Jungenthal (Sieg)
Baujahr(e) 1897 (001, 002), 1898 (003)
Fabriknummer(n) 258, 261, 345
Baureihe 99590
Betriebsgattung 3) K 44.9
Kurzbezeichnung 4) B' B n4vt
Leermasse 28,0 t
Dienstmasse
(2/3 Vorräte)
33,8 t
Länge über Puffer
(LüP)
8875 mm
Höhe über SO 3900 mm
Achsstand im Triebwerk 1400 mm
Treibraddurchmesser 1000 mm
Höchstgeschwindigkeit
(vorw./rückw.)
30/30 km/h
indizierte Leistung 200 kW (270 PS)
Zugkraft 55,8 kN
kleinster befahrbarer
Gleisbogen
50 m
Kesselüberdruck 14 bar
Kohlevorrat 1,5 t
Wasservorrat *) 5 m3
Bremse Druckluft m. Z., Wurfhebel-Handbremse
*) vor Abtrennung einer Kammer im rechten Wasserkasten zum Einbau der Luftpumpen
weitere Informationen bei:
"Dampf mitten im Harz" (Holger Voigt)
Malletlok.de (Olaf Haensch)

Bahn-/Betriebsnummern

NWE DR Verbleib
vor 1918 ab 1918 ab 1927 ab 1949
11 11 11 99 5901 HSB
12 - - - an Heeresfeldbahnen
13 - - - an Heeresfeldbahnen
14 14 12''' 99 5902 HSB
15* - - - an Heeresfeldbahnen
16* - - - an Heeresfeldbahnen
17* - - - an Heeresfeldbahnen
18 13'' 13'' 99 5903 HSB, z-gestellt seit April 2000
19 - - - an Heeresfeldbahnen
20 12'' - - nach Unfall 1927 zerlegt
21 15'' 15'' 99 5904 09/1990 in Görlitz zerlegt
22 14'' 14'' 99 5905 am 01.06.1971 Ablauf der Kesselfrist, 1974 ausgemustert, 11/1975 in Görlitz zerlegt
* - Lokomotiv- und Waggonbaufabrik Güstrow
'' - in Zweitbelegung; ''' - in Drittbelegung

Lokomotiv-Lebenslauf

Die Mallet-Loks gehörten bereits zur Ausstattung der Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft (NWE) bei Aufnahme des Betriebes.

Für die steigungs- (Neigungsverhältnis bis 1:30) und bogennreiche (minimal 60 m Bogenradius) Strecke durch den Harz brauchte man entsprechende Lokomotiven. Die NWE ging davon aus, daß Dampfloks nach dem Mallet-Prinzip den Anforderungen am besten gerecht werden.

Der in Frankreich lebende Schweizer Eisenbahningenieur Anatole Mallet (1837-1919) entwickelte ein nach ihm benanntes Konstruktionsprinzip für Dampflokomotiven und ließ dieses 1874 patentieren. Durch Teilung des Triebwerks in einen mit dem Kessel und dem Führerhaus verbundenem Hinterwagen und einen beweglichen Vorderwagen (Gelenklokomotive) erreichte Mallet eine gute Bogenläufigkeit. Eine hohe Leistung bei guter Dampfausnutzung erzielte Mallet durch Anwendung des Verbundprinzips. Er ordnete am Hinterwagen Hochdruckzylinder an, deren noch heißer Abdampf über flexible Dampfleitungen den Niederdruckzylindern im Vorderwagen zugeführt wird. Mehr Details zu Gelenklokomotiven nach dem Prinzip von Mallet siehe Malletlok.de von Olaf Haensch.

1897 lieferte die Firma Jung in Jungenthal (Sieg) die ersten vier Loks an die NWE, die mit der Bahnnummer NWE 11 bis NWE 14 bezeichnet wurden. Von der "Lokomotiv- und Waggonbaufabrik Güstrow" wurden im selben Jahr die baugleichen Loks NWE 15 bis NWE  17 geliefert. 1898 folgten von Jung die NWE 18 und 19. Im Jahr 1901 lieferte Jung die Loks NWE 20 bis 22. Mit den 12 Mallet-Loks war die NWE sehr zufrieden.

1914 wurden die Loks 12, 13, 15, 16, 17 und 19 von den Heeresfeldbahnen beschlagnahmt. Vom Einsatz auf den Meterspur-Strecken in Frankreich kehrten die Maschinen nicht wieder zurück.
Im Jahr 1918 nummerierte die NWE erstmals ihre Loks um (s. Tabelle).

  
Bf Alexusbad
Lok 99 5904 (verschrottet 1990) mit Personenzug in Sternhaus Ramberg 1967
ED3147 - Foto Georg Otte / Sammlung Grundmann
 
  
Bf Alexusbad
Lok 99 5905 (verschrottet 1975) mit Personenzug in Alexisbad 1970
ED716 - Foto Georg Otte / Sammlung Grundmann
 
Da neu beschaffte Mallet-Loks mit Achsfolge C' C nicht mehr die in sie gesetzten Erwartungen erfüllten (in Folge vernachlässigter Wartung von Loks und Gleisen während des I. Weltkrieges), aber leistungsfähigere Loks benötigt wurden, erhielten die über 20 Jahre alten Maschinen von 1924 an bis 1929 neue Kessel. Mit den neuen Kesseln erhöhten sich die indizierte Leistung und die Zugkraft. Da man den neuen Kessel 300 mm höher anordnete, verbesserten sich gleichzeitig die Wartungsfreundlichkeit und die Luftzufuhr für das Feuer. In den 1920er Jahren erfolgte auch der Umbau von Körting-Saugluftbremse auf Hardy-Saugluftbremse.
Am 6. Juli 1927 kam es im Thumkuhlental infolge eines Dammrutsches zu einem schweren Unfall. Die beteiligte Lok NWE 20 wurde an Ort und Stelle zerlegt.
1927 nahm die NWE eine erneute Umordnung der Loknummern vor (s. Tabelle).

Die nächste Umzeichnung der fünf im Harz verbliebenen Mallet-Loks geschah nach Übernahme der Betriebsführung durch die Deutsche Reichsbahn (DR) im April 1949.
Im Jahr 1956 stationierte die DR alle Mallet-Loks von Wernigerode nach Gernrode zur Selketalbahn um. Das hatte mehrere Gründe. Die Lokomotiven der Selketalbahn wurden 1946 als Reparation in die Sowjetunion gebracht. Auf der Bahn herrschte deshalb Lokmangel. Für den Lokeinsatz auf der Selketalbahn war seit 1949 das Betriebswerk Wernigerode-Westerntor zuständig. Nach Lieferung weiterer "Neubau"-Lokomotiven standen für die Harzquerbahn ausreichend leistungsfähige Maschinen zur Verfügung. Somit prägten die Mallet-Maschinen fortan das Bild auf den Strecken zwischen Gernrode, Harzgerode und Straßberg.

Während der Aufenthalte im Ausbesserungswerk Görlitz-Schlauroth erfolgten verschiedene Umbauten. So wurden die genieteten Wasserkästen durch geschweißte Wasserkästen ersetzt. An Stelle des Original-Schornsteins erhielten die Mallet-Loks eine Esse der sächssichen Schmalspurloks IV K (BR 9951-60).
Am 01.06.1971 lief bei Lok 99 5905 (ex. NWE 14'') die Kesselfrist ab. Sie wurde anschließend in das Raw Görlitz-Schlauroth überführt. Da man die Materialprobe des Kessels einen schlechten Zustand des Kessels und die Notwendigkeit zum Neubau des Kessels offenbarte, sah man angesichts von drei gerissenen Zylindern und der zum damaligen Zeitpunkt beabsichtigten Stillegung aller Schmalspurbahnen in der DDR von einer Aufarbeitung ab. Die Lok diente dann vermutlich als Ersatzteilspender. Erst im Jahr 1974 wurde die Lok offiziell ausgemustert und dann 1975 in Görlitz zerlegt.
Zum 75jährigen Jubiläum der Eröffnung von Harzquerbahn und Brockenbahn wurde 1974 ein Traditionszug für Sonderfahrten hergerichtet. Lok 99 5903 erhielt einen grünen Anstrich und an Schornstein und Führerhaus die NWE-Bahnnummer 13 angeschrieben. Danach zog man die Lok in der Sommersaison aus dem Selketal ab, um zwischen Wernigerode und Beneckenstein mit dem Traditionszug Sonderfahrten für den Urlaubsdienst des FDGB (Gewerkschaftsverband in der DDR) durchzuführen. Laut Zeitungsberichten in den ersten Betriebsjahren hatten die Loks anfangs einen braunen Farbanstrich wie die Wagen der 3. Klasse.
 
  
Bf Alexusbad
Farbspielereien an Lok 99 5901: 1974 bis Höhe Wasserkästen Dunkelgrün (vor Lokschuppen Gernrode aufgenommen)
ED1186 - Foto Georg Otte / Sammlung Grundmann
 
  
Bf Gernrode
1978 Lok 99 5901 in Grün vor dem Lokschuppen Gernrode
ED2473 - Foto Georg Otte / Sammlung Grundmann
 
  
Bf Alexusbad
1979 Lok 99 5901 als NWE 11 in Gelbgrün (im Bahnhof Alexisbad)
ED2487 - Foto Georg Otte / Sammlung Grundmann
 
  
NWE 11 - 20,7/74,8 KB
Lok 99 5901 mit gelbgrünem Farbanstrich abgestellt in Wernigerode am 27.07.1988
Foto: Klaus Gottschling  Vergrößern 74,8 KB
 
  
NWE 11 - 24,2/68,3 KB
Oktober 1993 Lok 99 5901 als NWE 11 in Blaugrüm (im Bahnhof Eisfelder Talmühle)
Foto: Klaus Gottschling  Vergrößern 68,3 KB
 
  
Wegen ihrer neuen Farbgebung hat Lok 99 5902 bereits neue Spitznamen wie "Bauerntruhe" und "Dampfwagen" erhalten.
Wegen ihrer neuen Farbgebung hat Lok 99 5902 bereits neue Spitznamen wie "Bauerntruhe" und "Dampfwagen" erhalten.
Foto: Ditmar Deicke
 
Da die Lok 99 5901 als Reserve für den Traditionszug dienen sollte, wurden auch sie grün gestrichen. Die zahlreichen Varianten der Farbanstriche der 99 5901 und 99 5903 zeigen auszugsweise die Fotos.
Am 10.03.1977 kam Lok 99 5901 (ex. NWE 11) bei einem Unfall zu Schaden. Weil beim Rangieren im Bahnhof Harzgerode die beladenen Güterwagen (zwei OOm und zwei Ow mit Aluminiummasseln) nicht an die Bremsleitung angeschlossen waren, rollte die Rangiereinheit talwärts auf die Strecke Richtung Alexisbad. In einem Gleisbogen vor der Fernstraße 242 kam es zur Entgleisung. Lok und Wagen stürzten die Böschung hinab. Die Lok wurde jedoch nicht verschrottet, denn sie war als Exponat für das Verkehrsmuseum in Dresden vorgesehen und stand unter Denkmalschutz.
Anläßlich der Eröffnung der wiedererrichteten Strecke zwischen Straßberg und Stiege am 30.11.1983 zog Lok 99 5903 den Traditionszug zwischen Stiege und Güntersberge.

Nach dem ab 1986 auch der Wagenpark der Selketalbahn auf Druckluftbremse umgestellt wurde, engten sich die Einsatzmöglichkeiten der Mallet-Loks immer mehr ein. Die Deutsche Reichsbahn fand keine Möglichkeit, diese Lokomotiven so auf Druckluftbremse umzubauen, daß das äußere Erscheinungsbild der Maschinen nicht wesentlich verändert und damit die Auflagen der Denkmalschutzbehörde eingehalten wurden. Mit Ablauf der Kesselfrist stellte die DR 1987 Lok 99 5903 ab. 1989 lief die Kesselfrist bei der 99 5901 ab. Die Mallet-Lok 99 5902 erhielt noch im Jahr 1989 eine Hauptuntersuchung im Raw Görlitz. Nach Gernrode zurückgekehrt kam sie aber nicht mehr zum Einsatz. Am 12.01.1990 fuhr sie nach Wernigerode und stand dann untätig am Rand. Lediglich im Sommer 1990 fuhr sie mit dem Traditionszug die Urlauber-Sonderzüge. Das waren die letzten Zugfahrten auf den Schmalspurstrecken im Harz mit Saugluftbremse, da anschließend auch die Wagen des Traditionszuges auf Druckluftbremse umgebaut wurden.
Im Jahr 1990 zerlegte man auf Anweisung der DR im Raw Görlitz die Lok 99 5904 (ex. NWE 15'').
Lok 99 5903 erhielt nach vier Jahren Abstellung im Sommer 1991 eine Hauptuntersuchung in Reichsbahnausbesserungswerk (Raw) Görlitz. Dabei bekam sie eine Hauptluftleitung, eine Hauptluftbehälterleitung sowie ein Druckluft-Führerbremsventil. Mit dieser Zusatzausrüstung konnte die Maschine zwar nicht alleine druckluftgebremste Züge befördern, aber sie konnte nun als Vorspannlok an die Druckluftbremse angeschlossen werden. So fuhr 99 5903 vor Lok 99 6001 (als "Luftspender") und einem Funkmeßzug am 13.09.1991 zum Brocken und war am 15.09.1991 Vorspannlok vor 99 6001 mit dem Eröffnungszug der sanierten Brockenbahn. Dem zweiten Sonderzug zum Brocken mit 99 7244 bei der Eröffnungsfeier leistete 99 5902 Vorspanndienste.

Auf einer Studienreise in die Schweiz entdeckten Mitglieder des Eisenbahnvereins Interessengemeinschaft Harzer Schmalspur- und Brockenbahn e.V. kleine einstufige Luftpumpen der Bauart Westinghouse. Zwei solche Luftpumpen erwarb der Verein in der Absicht, mit den Pumpen zwei Mallet-Loks auf Druckluft umzubauen ohne wesentliche äußerlich sichtbare Änderungen an den Loks. Am 21.09.1992 begann der Verein mit Unterstützung der Beschäftigten im Betriebswerk Wernigerode-Westerntor den Umbau an Lok 99 5903. Die Abnahmefahrt vom Brocken talwärts nach Wernigerode verlief erfolgreich. Die Luftpumpe ist an der Lok kaum zu sehen, weil sie vorn im rechten Wasserkasten versteckt ist. Durch die abgetrennte Kammer im Wasserkasten hat sich der Wasservorrat geringfügig verringert.

Am 1. Februar 1993 übernahmen die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) die Betriebsführung für Harzquer-, Brocken- und Selketalbahn von der DR. Dabei gingen die Lokomotiven einschließlich der Mallet-Loks in das Eigentum der HSB über.

Mit Ablauf der Kesselfrist mußte am 26.05.1993 Lok 99 5902 abgestellt werden.
Während eines Aufenthalts im Raw Görlitz erhielt Lok 99 5901 die zweite von der IG HSB beschaffte Luftpumpe. Die Abnahme des Umbaus auf Druckluftbremse erfolgte am 24.09.1993.
Im Jahr 1995 waren eine Zwischenuntersuchung am Kessel und Bedarfsausbesserungen an Rahmen und Triebwerk der 99 5903 erforderlich. Diese Arbeiten führte das Ausbesserungswerk Meiningen aus. Bei der Gelegenheit legte man die Dampfpfeife etwas höher, damit der Abdampf die Sicht des Lokpersonals nicht beeinträchtigt. Da die Lok nunmehr eine Druckluftausrüstung besaß, konnten die mechanischen Sandstreuer auf Druckluftbetätigung umgerüstet werden.
Lok 99 5901 kehrte im April 1998 von einer Hauptuntersuchung aus Meiningen zurück. Sie verlor während der Aufarbeitung ihre grüne Farbgebung und NWE-Nummern. Seit dem ist die Lok in den Reichsbahn-Farben Schwarz/Rot zu sehen.
Obwohl seit 1993 abgestellt, hatte Lok 99 5902 im Jahr 1998 einen großen Auftritt. Mit der Lok als Werbemittel auf einem Tieflader machte die HSB vom 1.-11. Mai 1998 eine Tour durch mehrere deutsche Städte.
Für Lok 99 5903 lief im April 2000 die Kesselfrist ab. Die HSB sah von einer erneuten Aufarbeitung ab. Statt dessen ließ das Unternehmen die 99 5902 in Meiningen aufarbeiten und mit Druckluftbremse ausrüsten. Seit Frühjahr 2000 steht die Maschine wieder für Fahrten zur Verfügung und kommt für Sonderfahrten zum Einsatz.
Von Januar bis Juni 2002 weilte Lok 99 5901 zur Hauptuntersuchung in Meiningen, wo sie auch einen neuen Kessel in Schweißkonstruktion erhielt. Nach Rückkehr der Maschine in den Harz bei zahlreichen vor und während der Probefahrt festgestellten Mängeln ist 99 5901 nach Mängelbeseitigung seit 08.07.2002 wieder einsatzfähig.

Im Mai 2002 fuhr Lok 99 5902 als Gastlok auf der Brohltalbahn (Brohl – Engeln). Ende Juni/Anfang Juli 2003 war Lok 99 5901 zu Gast auf der Brohltalbahn.
 
Brohltal-Schmalspureisenbahn Betriebs-GmbH
Brohltalbahn Fotos von Markus Doll

Von Januar bis Mai 2007 erhielt Lok 99 5902 eine Hauptuntersuchung im Dampflokwerk Meiningen. Auf Wunsch einiger Verantworticher der HSB traf die Maschine mit teilweise dunkelgrünem Anstrich am 30.05.2007 wieder im Harz ein. Begründet wurde diese Entscheidung in einer Pressemitteilung der HSB damit, dass die Lok so besser zum Erscheinungsbild der Traditionswagen passt. Die Lok soll mit ihrem "nostalgischen" Aussehen an die über 100-jährige Tradition erinnern. Der an unverfälschter Geschichte interessierte Eisenbahnfreund muss sich wundern. Wie weiter oben bereits hingewiesen: Es fehlt noch ein stichhaltiger Beweis für die historische Begründung der Farbgebung nach 1927 (Höherlegung des Kessels). Zahlreiche Umbauten (geschweißte Wasserkästen, Esse der sächsischen Lokgattung IV K – BR 9951-60, …) zur Reichsbahnzeit passen nur zu einem Anstrich Schwarz/Rot. Da die "Traditionswagen" nach Farbgebung und Beschriftung der Epoche der 1960er bis 1970er Jahre entsprechen, wäre für eine Dampflok in diesem Zeitraum auch nur Schwarz/Rot historisch richtig. Um das Wirrwarr komplett zu machen, wird die Lok mit EDV-Nummernschildern eingesetzt. Die EDV-Nummern wurden aber erst 1970 eingeführt.

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