Fahrzeuge

Gattungszeichen für Tw
Lok 99 5906 (NWE 41)

Schema der Betriebsgattungen
von Verbrennungstriebwagen

Die Betriebsgattung von Triebwagen ähnelt mehr den Gattungszeichen von Reisezugwagen. Das verwundert nicht, da die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) auch die Betriebsnummern ähnlich wie bei Wagen vergab.

Auf Grund der Tatsache, dass der Verwendungszweck und die Motorart nicht oder nur indirekt aus der Betriebsnummer der Triebwagen ableitbar war, wurden im Kennzeichnungssystem der DRG diese Informationen mit entsprechenden Kennbuchstaben der Gattungsbezeichnung angefügt. Wenn die Achsanzahl mehr als zwei Achsen betrug, schrieb man die Achszahl zwischen Haupt- und Nebengattungszeichen.
Im Zusammenhang mit dem Wegfall der 3. Wagenklasse änderte man das Schema der Gattungskennzeichen. Da mit "VT", "VS", ... vor der Betriebsnummer der Verwendungszweck erkennbar ist, konnten die analogen Angaben in der Gattung entfallen. Die von "2" abweichende Achszahl war weiterhin Bestandteil der Gattungsbezeichnung.
Ein Übereinkommen der RIC (Regolamento Internazionale Carozze – europäischer Verband zur gegenseitigen Waggonbenutzung) legte mit Wirkung vom 1. Januar 1967 international einheitliche Haupt- und Nebengattungszeichen fest, die durch nationale Kennzeichen ergänzt werden konnten. Dieses Kennzeichnungssystem für Reisezugwagen fand auch bei Triebwagen Anwendung. Statt bis dahin von zwei ging man nun von standardmäßig vier Achsen aus. Die DR verzichtete auf Angaben zu über "4" hinaus gehende Achsanzahlen.

Nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wesentlichen Gattungszeichen für Triebwagen bei der DRG und der DR. "X" bedeutet, dass im betreffenden Zeitraum die Zeichen galten.

Gattungskennzeichen von Triebwagen
Hauptgattungszeichen – 1956 1957
– 1966
1967 –
K Schmalspurtriebwagen (vor den anderen Hauptgattungszeichen) - X X
A Sitzplätze 1. Klasse X X X
B Sitzplätze 2. Klasse X X X
C Sitzplätze 3. Klasse (3. Klasse 1956 abgeschafft) X - -
D Gepäckwagen (mit Dienstabteil); früher Pw - X X
Post Postabteil X X X
Pw Packwagen/ Gepäckabteil; später D X X X
R Speiseabteil - X X
WR Speisewagen - X X
Dienst Diensttriebwagen X X X
ORT Oberleitungsrevisionstriebwagen - - X
L Lokalbahntriebwagen (hinter den anderen Hauptgattungszeichen) X - -
Nebengattungszeichen – 1956 1957
– 1966
1967 –
aa zweiachsiges Fahrzeug - - X
d Wagen der ehemaligen 4. Klasse X - -
i Durchgangsagen mit offenen Übergängen X - -
o Sitzplätze 2. Klasse ohne Polster - X X
tr Traglastenabteil X X X
u von 4. in 3. Klasse umgebauter Wagen X - -
ü Durchgangsagen mit Übergangsbrücken und Faltenbalg
(ab 1967 nur für Schlaf-/ Liegewagen mit Seitengang)
X X -
g Durchgangsagen mit Übergangsbrücken und Gummiwülsten - X X
p Durchgangsagen mit offenen Übergängen, die nachträglich
mit Faltenbälgen versehen wurden
- X -
e elektrische Heizung - X X
Kennzeichen für Antriebs- und Verwendungsart bis 1956
vT Verbrennungsrtriebwagen
vS Steuerwagen zu Verbrennungsrtriebwagen
v Beiwagen zu Verbrennungsrtriebwagen
Beispiele:
BCPw4ivT (bis 1956) zu ABD4i (bis 1966), zu ABDi – Verbrennungstriebwagen,
2./3.-Klasse umgebaut zu 1./2.-Klasse, mit Gepäckabteil, offene Wagenübergänge, vierachsig
 
Pw4ivT (bis 1956), zu KB4i (bis 1966), zu KDi – Schmalspur-Gepäcktriebwagen,
vierachsig mit offenen Übergängen (siehe Tw 187 025)

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