Symbolischer Spatenstich für das Hochwasserrückhaltebecken bei Straßberg
Vom 12. bis zum 14. April 1994 ereignete sich ein verheerendes Selke-Hochwasser. Die Fluten der Selke verursachten große Schäden an Gebäuden, Brücken, Straßen, Gleisen u. a. m.
Als Reaktion auf das Ereignis erarbeitete der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt einen „Hochwasseraktionsplan Selke“. Neben kleineren Maßnahmen waren Hochwasserrückhaltebecken (HRB) an der Selke flussaufwärts bei Meisdorf und bei Straßberg vorgesehen. Das HRB vor Meisdorf rief Bürgerinitiativen mit gegensätzlichen Meinungen hervor. Deshalb wurde für das HRB im unteren Selketal eine Stelle zwischen Meisdorf und Ermsleben ausgewählt.
Im Jahr 2021 hatte das Land Sachsen-Anhalt die Baugenehmigung für das „HRB Straßberg“ erteilt. Der Baustart war im Jahr 2023 vorgesehen.
Am 19.06.2026 (Fr.) fand der symbolische Spatenstich für den Bau des HRB statt.
Als die Bauzeit sind fünf Jahren vorgesehen.
Das HRB Straßberg wird ein „grünes“ Rückhaltebecken. Im Gegensatz zu einer Talsperre staut man das Wasser nur, wenn die vorgesehene Durchflussmenge überschritten wird. Für den Fall dass der Wasserspiegel dennoch die Dammkrone erreicht, erhält das Bauwerk einen Überlauf und Kaskaden. Nur ⅓ der Dammkrone (insgesamt 270 m lang; 19,7 m über Talgrund) besteht aus Beton. Die restlichen ⅔ werden als Erdwall errichtet. Das Stauvolumen ist mit 2,5 Mio. m³ berechnet.
Im Zusammenhang mit der Baumaßnahme steht eine Baumaßnahme bei Gatersleben als „Ausgleichsfläche“ für die Natur. Dort wurde vor 131 Jahren der Flusslauf der Selke begradigt. Im Jahr 2025 erhielt die Selke ein neues Flussbett – in Anlehnung an historische Karten – mit Böden, Kolken und Sandbänken. Auf 1,5 Kilometer Fluss sind nun 400 Meter hinzugekommen. Es werden am Ufer noch Bäume gepflanzt.
Für die Strecke der Selketalbahn baut man einen Durchlass ein, welcher bei Hochwasser geschlossen werden kann.
Aufgrund der Bauarbeiten ist die Selketalbahn zwischen Straßberg und Güntersberge voraussichtlich ab April 2027 für 2 ½ Jahre unterbrochen. Dadurch kann die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) keine Triebfahrzeuge und Wagen zwecks Wartung/Reparatur zwischen Gernrode und Wernigerode Westerntor auf der Schiene überführen. Das ist ein Grund dafür, weshalb die HSB für 2 ½ Jahre den Betrieb auf der Selketalbahn ruhen lassen will.
Während der Betriebsruhe kann der Freundeskreis Selketalbahn e. V. (FKS) keine Sonderfahrten durchführen.
Der Verlauf des Wanderwegs „Selketal-Stieg“ muss zwischen Güntersberge und Straßberg verändert werden.