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zu Strecke und Fahrplan

30.04. 2010  Projekt der Neubaustrecke nach Braunlage auf Eis gelegt

Eine Überschrift wie „Tourismusverband kritisiert Aus für Brockenbahn“ über einem Zeitungsartikel lässt den Leser Schlimmes erahnen für die Strecke Drei Annen Hohne – Brocken (Brockenbahn). In Wirklichkeit geht es in den Beiträgen gar nicht um die Brockenbahn. Der Tourismusverband bzw. der Redakteur wollen mit dieser Unwahrheit vermutlich besondere Aufmerksamkeit erregen. In Wahrheit meint man das Projekt: Neubau einer Eisenbahnstrecke zwischen der Harzquerbahn bei Elend und der Stadt Braunlage.

Durch die Anbindung der Stadt Braunlage an das Netz der Harzer Schmalspurbahnen erhofft man sich eine Belebung des Tourismus im Westdeutschen Harz1.
Vergangenes Jahr wurde in der Presse von den Plänen einer Neubaustrecke zwischen Braunlage und der Harzquerbahn bei Elend im Mittelharz berichtet (siehe Meldung vom 13.08. 2009).2
Eine Machbarkeitsstudie sollte klären, inwieweit die Erweiterung des Streckennetzes realisierbar ist.

Mittlerweile liegt die Machbarkeitsstudie vor. Angesichts der allgemeinen Finanzlage und der Kostenabschätzung in der Studie ist in absehbarer Zeit nicht mit dem Bahnbau zu rechnen. Grund ist nicht allein die Tatsache, dass die veranschlagten Baukosten mit 12,3 Mio.  über den zunächst geschätzten 11 Mio.  liegen. Schwerwiegender ist ein Fakt, der in den euphorischen Zeitungsartikeln von 2009 ignoriert wurde. In der Meldung vom 13.08. 2009 hatten wir schon auf die Problematik hingewiesen und zwar auf die laufenden Betriebskosten. Laut Studie wird jährlich mit Kosten für Kohle, Wasser, Personal, Instandhaltung usw. in Höhe von 1,4 Mio.  zu rechnen sein. Dem stehen geschätzte Einnahmen aus Fahrgeld von 460.000  gegenüber. Das bedeutet einen jährlichen Verlust von knapp 1 Mio. , der durch Subventionen ausgeglichen werden muss. Unter den gegenwärtigen Umständen ist jedoch völlig unklar, wie die Subventionen aufgebracht werden können.

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Pressemitteilungen:

Westharzer Brockenbahn-Träume drohen zu platzen (Mitteldeutsche Zeitung vom 12.04. 2010) (PDF-Datei)

West-Anschluss an Brockenbahn gefährdet (Volksstimme Magdeburg vom 12.04. 2010) (PDF-Datei)

Chancen für HSB-Anschluss von Braunlage gesunken (Volksstimme Magdeburg vom 13.04. 2010) (PDF-Datei)

Verlängerung der Harzer Schmalspurbahn vorerst auf Eis gelegt (ad-hoc-news vom 29.04. 2010) (PDF-Datei)

Kein Bahnhof in Braunlage für Harzer Schmalspurbahn (Celle-Heute vom 29.04. 2010) (PDF-Datei)

Tourismusverband kritisiert Aus für Brockenbahn (Volksstimme Magdeburg vom 30.04. 2010) (PDF-Datei)

Westverlängerung ist vom Tisch (Mitteldeutscher Rundfunk – MDR vom 01.05. 2010) (PDF-Datei)

Der Schmalspurbahn geht die Puste aus3 (Volksstimme Magdeburg vom 04.05. 2010) (PDF-Datei)



Sehr verbreitet werden die Begriffe „Westharz“ und „Ostharz“ lapidar als Synonym für „Westdeutscher Harz“ und „Ostdeutscher Harz“ benutzt. Das ist nicht korrekt. Während „Westdeutscher Harz“ und „Ostdeutscher Harz“ auf der territorialen Grenze zwischen den Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – der einstigen innerdeutschen Grenze – beruhen, sind die Begriffe „Westharz“, „Mittelharz“ und „Ostharz“ geografische Einteilungen des Harzes. So befindet sich die Harzquerbahn nicht im Ostharz sondern im Mittelharz.  
In manchen Presseartikel wird fälschlich vom Anschluss Braunlages an die Brockenbahn geschrieben. Ein direkter Anschluss an die Strecke Drei Annen Hohne – Brocken ist jedoch aufgrund der Topologie nicht realisierbar.  
Die reißerische Überschrift über den Artikel ist irreführend. Sie sagt eigentlich aus, dass das Eisenbahn­verkehrs­unternehmen – hier die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) – sich in einer derartigen Situation befindet, weshalb der Zugverkehr eingestellt werden muss. Das trifft zum Glück nicht zu. 

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